Kategorie-Archiv: Allgemein

Nahwärmenetz Bioenergiedorf

Revolutionäres Niedertemperatur-Nahwärmenetz ab 2015

Eine Idee wird Wirklichkeit im energieeffizienten Bioenergiedorf Danzermühle

Unsere barrierefreien neuen Wohnhäuser in Pettenbach werden ab 1/2015 an das neuartige Niedertemperatur-Nahwärmenetz angeschlossen. Die Entscheidung war ein hochgestecktes Ziel:

Der aktuelle Stand: 01.11.2016

Dies klingt sehr einfach. Doch es waren fast 10 Jahre Vorbereitungsarbeiten erforderlich, um diese bisher einmalige Infrastruktur in der Realität aufzubauen. Die Idee von DI Klaus Pracht gründet sich in dem Ziel mit Hilfe von Sonne, Luft, Holz und Wasser und seinen elektrotechnischen Kenntnissen zur Überwachung, Steuerung und Regelung z.B. von produzierenden Energielieferanten ein neuartiges Energie-Selbstversorgerkonzept aufzubauen. Dabei sind zusätzliche Maßnahmen bei den energiesparenden Verbrauchern wie LED-Strassenlaternen oder die Empfehlungen für die Hausbewohner zur Optimierung des Energieverbrauches z.B. bei der wetterabhängigen Nutzung von Wäschetrocknern oder Geschirrspülern eine wichtige Voraussetzung.

Doch getreu dem Motto “geht nicht gibts nicht” war die größte  Herausforderung, die Warmwasserboiler eines Hauses auf bis zu 70 Grad aufzuheizen und gleichzeitig im zuliefernden Nahwärmenetz über die Wärmetauscher nur durchschnittlich 60 Grad bereitzustellen.

Dabei produziert eine für Österreich völlig neuartige Solaranlage, die von der Firma ASMAG Scharnstein geliefert wurde, basierend auf vollflächig von Wasser durchspülten Edelstahlpanelen ca. 70 Grad heißes Wasser. Der erstmalige Bau einer 160 qm großen Dachpanele in Pettenbach war nur möglich, weil uns das Land Österreich mit dem Bundesminister für Verkehr, Innovation und Technologie Herr Alois Stöger sowie der Bundesminister für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt u. Wasserwirtschaft Herr Andrä Rupprechter ihre finanzielle Unterstützung unserer Anlage zugesagt haben.
Als aussergewöhnliche Zugabe erhalten wir sogar eine geförderte wissenschaftliche Begleitung über einen Zeitraum von einem Wirtschaftsjahr durch das AIT – Austrian Institute of Technology GmbH (AIT).
Der Anschluss des installierten Solardaches an das neue Nachwärmenetz der Danzerühle wurde mit dem Bau des notwendigen Heizhauses mit einem 10.000 Liter-Pufferspeichern realisiert.

Während die Basistemperatur des Nahwärmenetzes für die konsequent in den Häusern installierten Niedertemperatur-Heizungen völlig ausreicht, wird die zusätzlich erforderliche Energie zum Aufheizen der Boiler durch elektrische Energie bereitgestellt. Hierzu wurde eine 10 kW-PV-Anlage mit Tracker in 2014 in Betrieb genommen. Der produzierte Strom wird mit entsprechenden Strommessern (sog. Smart Metering) nicht in das Netz des Stromlieferanten eingespeist, sondern in die erforderlichen Heizstäbe der Hausboiler umgeleitet. Somit wird der eigene produzierte Strom nicht “verschenkt”, sondern optimal in die Wärmeproduktion für Wasserboiler umgesetzt.

Da wir keinen Einfluss auf das passende schöne Wetter haben, kann es natürlich durchaus zu Energieengpässen kommen. Wir haben einen 10.000 Liter-Pufferspeicher gewählt, um einen Zeitraum von 3-4 Tagen schlechtes Wetter zu überbrücken. Trotzdem haben wir zusätzlich eine neue Stückgut-Kesselanlage (50 kW-Guntamatic)  in 10/2016 installiert, der automatisch ferngezündet werden kann. Die Inbetriebnahme erfolgt am 07. November. Damit können wir bei fehlendem Sonnenschein die erforderliche zusätzliche Nahwärmetemperatur generieren und die Wasserboiler entsprechend aufheizen. Die bisher genutzte Pelletsheizung ist für die Gesamtanlage nicht mehr ausreichend und soll künftig nur noch für Noteinsätze bei Störungen genutzt wird. Die Anlage schaltet sich auch automatisch zu, wenn die Stückgutheizung erlischt oder zu wenig Energie geliefert wird.

Die Überwachung, Steuerung u. Regelung wird über ein elektron. Netzwerk basierend auf einem Standard-Bus-System durchgeführt. Darauf hat nicht nur der örtliche “Facility-Manager” den Zugriff, sondern auch andere berechtigte Personen wie z.B. Wartungsfirmen.
Wir gehen aber noch einen Schritt weiter und bieten wissenschaftlich orientierten Personen den gezielten Zugriff auf unser Bussystem an, d.h. es können z.B. ausgewählte Diplomanten die entsprechenden Heizkurven wetterabhängig auswerten u. wissenschaftlich fundierte Unterlagen für unser energieeffizietes Nahwärmenetzwerk erstellen.

Wir haben die gesamte Infrastruktur mit folgender Übersicht zusammengestellt:

KNX-Busnetz-Bioenergiedorf
KNX-Busnetz-Bioenergiedorf

Die vom  AIT – Institut erfassten und ausgewerteten Daten werden wir entsprechend aufbereiten und die Ergebnisse natürlich gern an Interessierte weitergeben.
Bei größerem Interesse werden wir auch örtliche Veranstaltungen einplanen.

So verlief das Jahr 2016
In 3/2016 wurde bei günstigen Wetterbedingungen das neue Heizhaus erstellt. Die Nahwärmenetzplanung in Zusammenarbeit mit der Fa. Waser und der Fa. MiTech wurde nicht nur abgeschlossen, sondern bereits von 09 – 11/2015 umgesetzt. Somit ist das Nahwärmenetz auf Basis der bestehenden Pelletsanlage für das neue Wohngebäude Haus 4 bereits Anfang 2016 in Betrieb gegangen. Dabei hat  uns der “warme” Winter 15/16 mit den ungewöhnlich hohen  Temperaturen extrem geholfen und die an der Lastgrenze befindliche Pellets-Heizanlage wurde nicht überlastet.
Vorsichtshalber waren wir jedoch auf eine alternative elektrische Heizungsunterstützung in Haus 4 eingestellt, die wir jedoch mit den ersten Frühlingstemperaturen abbauen konnten.

Im März wurde unser KPC-Förderungsantrag positiv befürwortet und wir hofften auf die baldige Zuteilung entsprechender Förderungen.  Bei einem persönlichen Besuch der wissenschaftlichen Begleitforschung vor Ort Anfang Mai wurde die künftige Zusammenarbeit besprochen. Ein weiterer Besichtigungstermin nach technischer Inbetriebnahme am 18. Juni wurde für Ende Juli vereinbart und entsprechend umgesetzt.

Nach Abdichtung der Kesselraum – Betondecke im April wurde bis Mitte Juni  die solare Großanlage in Betrieb genommen und die wissenschaftliche Begleitforschung kann aktiviert werden.

Parallel hierzu wird mit der wissenschaftlichen Begleitforschung die automatische Datenübertrag der künftigen Messstellen über den zentralen GIRA Facility Server geprobt.

Leider lässt die  KPC- Förderstelle wegen Überlastung mit ihrer Förderauszahlung auf sich warten und damit kann auch die Begleitforschung nicht mit dem Wirtschaftsjahr starten.

Den nächsten aktuellen Stand hierzu werden wir ab 01.02.2017 veröffentlichen.

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10 kW-Fotovoltaik als Trackerlösung ab 7. April 2014 in Betrieb

Endlich ist es soweit.

Trotz Ablehnung der OEMAG-Förderung haben wir den Bau einer weiteren 10 kW-PV-Anlage beschlossen und haben diese bereits am 7. April 2014 in Betrieb genommen. Das besondere Element ist die Trackerlösung, damit durch die automatische Nachführung zur Sonne etwa 30% mehr Strom produziert werden kann.

Vom Stromlieferanten wurde ein Zähler der Danzermühle (Allgemeinstrom) gegen einen Doppelzähler ausgetauscht. Dieser misst den an den Netzbetreiber eingespeisten Strom bzw. den vom Stromproduzenten gelieferten Strom. Ein Teil des von der PV-Anlage produzierten Stromes wird also nun tagsüber selber verbraucht und ansonsten ins Netz eingespeist. Dagegen wird bei schlechtem Wetter oder Dunkelheit der Strom aus dem Netz bezogen.

 

10 kW-Tracker
10 kW-Tracker
10 kW-Tracker
10 kW-Tracker + 10 kW-Dachinstallation
10 kW-Tracker
10 kW-Tracker+ 10 kW-Dachinstallation
10 kW-Tracker
10 kW-Dachinstallation

Bei Interesse teilen wir gern unsere Erfahrungswerte mit.

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02. Juni 2013 – Die Alm schlägt zu

Katastrophen-Hochwasser der Alm in der Nacht zum Sonntag 02. Juni 2013.

Das Hochwasser von 2002 setzte neue Höchstmarken für Hochwasser an der Alm. Doch kaum sind 11 Jahre vergangen und wir knacken diese Marken zumindest in der Geschwindigkeit. Völlig unerwartet nach dem teils sonnigen Samstag des 1. Juni hatte in der Nacht Starkregen eingesetzt und die Frostgrenze in den Bergen ist stark gestiegen. Somit verschärfte Schmelzwasser in den Bergen die akute Hochwassersituation. Bereits um 4 Uhr morgens hat die Alm ihr Flussbett verlassen und stieg sehr schnell über die Ufer. Dabei wurde oberhalb der Familie Hüthmayr ein mehrere Meter breiter Uferstreifen von der Alm weggerissen. Der ohnehin gesperrte Wanderweg über den Grund der Familie Nußbaumer wurde komplett auf ca. 50 Meter weggespült und große Bäume drohen in die Alm zu stürzen. An dieser Stelle sucht offensichtlich die Alm ihr altes Flußbett und umschließt mit dem Hochwasser auf diese Weise das Anwesen der Familie Hüthmayr.

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Das Anwesen von Familie Hüthmayr wurde in kürzester Zeit überflutet und die Rettungsaktion morgens um 5 Uhr für die Gartenmaschinen und die beiden Pferde gelang gerade noch rechtzeitig mit der Durchquerung des alten Flussbettes der Alm.  Danach konnte man nur noch mit dem Boot zum Hof vordringen.

Die anrückende freiwillige Feuerwehr schaufelte auf der Danzermühle mehrere Paletten mit Sandsäcken voll, die Klaus Pracht mit seinem Radlader samt Feuerwehrleuten zur “Insel” der Familie Hüthmayr transportierte.

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Gleichzeitig staute sich das Wasser von der Mündung des Mühlbaches sehr schnell zurück bis zur Kanal-Pumpstation. Auch der neue erhöhte Wandersteg am Almufer war sehr gefährdet, da das Wasser bereits an der Stegunterkante anstand.

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Schuld an diesem Zustand war das kleine Wehr von H. Dr. Hauser, dass trotz der gefährlichen Wassersituation nicht von ihm als verantwortlichem Besitzer (!!) geöffnet worden war.

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Bevor der Wandersteg von den steigenden Wassermassen weggerissen wurde, entschloss sich die Gemeinde mit Karl Pühringer nach Rücksprache mit der Polizei zum gewaltsamen Öffnen der Verriegelung, um das Wehr zu öffnen. Die mühsame Handrad-Aktion auf dem Wehrrost inmitten der Fluten in Zusammenarbeit mit Klaus Pracht verlief unter gefährlichen Bedingungen, brachte aber sofort eine ca. 30 cm Reduzierung des Wasserspiegels im Bereich des Mühlbaches bis hinauf zur Kanalpumpstation. Der Wandersteg war gerettet und eine Entlastung der Zufahrt zum Anwesen der Familie Hüthmayr war deutlich zu spüren.

Am Nachmittag entspannte sich die Hochwasserlage zum Glück trotz des weiterhin andauernden Regens.
Einen herzlichen Dank an Karl Pühringer, der mit seiner Entscheidung zur Öffnung des Wehres großen Schaden für den Wandersteg und die Kanalpumpstation verhindert hat.

Klaus Pracht

 

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